Um die zu diesem Artikel zugehörigen Fotos anzuschauen, einfach auf die Links klicken:
Also, nun. Ja. Hmm-mmh. Uff. Ich mein, was denn, na ja, kurzum, huch. Jar. Und sowieso. Einfach. Wau. Und uff. Dieses Gedicht wurde euch präsentiert von: der Faulheit, etwas Vernünftigeres herbei zu denken, sowie der allgemeinen Benommenheit meiner Generation angesichts des Zustands der Welt. Mit freundlichen Grüßen, der Erzähler.
Wir befinden uns am Jahresanfang. Noch zur frischen Jahreszeit, bevor die Jahreszeit der Affenhitze und Verqualmtheit anfängt.
Eines Morgens ist es sogar so kalt, dass die Fenster beschlagen sind. Von Innen! Das mag euch wahrscheinlich wenig erwähnenswert erscheinen, ist für uns aber das erste Mal in fünf Jahren hier.
Eines anderen schönen Tages lasse ich mich endlich in meiner Nase operieren. Für ein besseres Atmen und vor Allen um keine starken Migränen mehr zu bekommen, die mich bis zu 24 Stunden lang außer Gefecht setzen können.
Das war für mich die erste große Operation, inklusive Vollnarkose, die mit einer riesigen mit einer knallgelben Flüssigkeit gefüllten Spritze verabreicht wurde. Meine letzter Gedanke war "abgefahren", bevor ich in ein bodenloses Loch falle.
Nach der Operation bleibe ich für zwei Tage im Krankenhaus und danach noch ein paar Tage krankgeschrieben zu Hause.
Der Arzt hat mir auch erklärt, was er gemacht hat. Wenn ihr - wie ich - dazu geneigt seid, beim Anblick von Blut abzuklappen, dann geht besser zum nächsten Absatz über. Falls ihr zuhört und diese herrliche Stimme gerade belauscht, dann singt kurz "Alles nur geklaut" von den Prinzen für die nächsten 20 Sekunden.
Er hat also das Septum aus meiner Nase komplett herausgenommen, also das Stück weichen Knochens das, bis vor kurzem, die krumme Spitze meiner Nase bildete, es platt gedrückt und feingeschliffen, um es schließlich wieder zurück in die Mitte meiner Nase zu setzen.
Danach brauchte ich nicht einmal ein Pflaster und Blut fließ während der folgenden Tage nur äußerst wenig. Verrückt, was alles möglich ist.
Ich war übrigens in einem privaten Krankenhaus. Das heißt ich hatte auch ein großes Privatzimmer. Da gab es sogar eine Schlafcouch drin, auf der Anna hätte übernachten können. Verrückt, was alles möglich ist.
10 Tage später kehre ich zur Arbeit zurück, wo sie sich dazu entschlossen haben, das Jahr damit zu beginnen, meinen Chef rauszuschmeißen und die Zukunft meiner Abteilung in Frage zu stellen. Eigentlich hatte ich nach einer Gehaltserhöhung gefragt. Heißt das also nein? Seltsam, auf einmal kommen unsere Projekte irgendwie fast gar nicht mehr voran.
Kurze Zeit später hat ein orangenes Männchen entschieden, dass Krieg cool ist. Nicht bei ihm zu Hause, natürlich. Die ersten Wochen bilden sich an den Zapfsäulen lange Schlangen. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Staatsfond, dessen Ziel Preisstabilität beim Kraftstoff ist, erschöpft ist und die Preise plötzlich doppelt so hoch sind. Auf einmal gibt es keinen Spritmangel mehr, die Leute können ihn sich einfach nicht mehr leisten. Die Menschen mit Elektroautos sind jetzt auf jeden Fall glücklich.
Wir haben erst einmal Urlaub und fahren mit dem Zug nach Ayutthaya, der ehemaligen Hauptstadt Thailands. Nicht zu verwechseln mit Sukhothai, der ehemaligen ehemaligen Hauptstadt des Landes und die wir auf einer früheren Reise besucht haben.
Im Hotel angekommen kommt uns das Zimmer sehr bekannt vor. Uns fällt auch schnell auf, warum. Habt ihr schon einmal in einem Massagesalon geschlafen? Nein? Wir jetzt schon.
Nach einem Tag intensiven Radfahrens in der ewigen Sonne setzen wir unsere Reise mit dem Zug nach Bangkok fort.
In einem der zwei großen Parks der Stadt, der sich Lumphini nennt und für seine frei herumschlendernden Warane bekannt ist, tanzen wir mit hunderten anderen Menschen die Tanzschritte der Tanzlehrerin nach, die sich so weit abgelegen befindet, dass es uns schwerfällt, dem Ganzen zu folgen.
Wir bleiben sportlich und versuchen uns am Bungee-Tanzen. Dabei springen wir nicht von einer Brücke, sondern das Seil erlaubt es, luftigere Kunststücke zu vollführen, als was man sich ohne Seil zutrauen würde.
In einem Einkaufszentrum treffen wir auf den Geschäftsführer und seine Frau unserer Firma in Chiang Mai. Die Welt ist ein Dorf, es wird uns stets erneut bewiesen.
Wir steigen erneut in einen Zug, dieses Mal in Richtung Hua Hin, was auf thailändisch übrigens Steinkopf heißt. Auf dem Weg dorthin beobachten wir hübsche Landschaften, mit Reisfeldern, Palmen und Kühen bestückt. Wir erspähen auch ein paar Bauern, die mit riesigen Drohnen Dünger versprühen. Verrückt, was alles möglich ist.
Die Stadt Hua Hin befindet sich direkt am Meer und ist so etwas wie das touristische Altenheim Thailands. Der Großteil der Ausländer, die wir hier antreffen, ist im Gegensatz zu anderen Orten in Thailand eher fortgeschrittenen Alters.
Wir essen in einem Café für Motorradfahrer Frühstück. Da es nicht weit vom Hotel entfernt ist, gehen wir zu Fuß hin.
Wir kehren nach Bangkok zurück und verbringen dort die letzten Tage unseres Urlaubs. Neben Spaziergängen genießen wir auch die hiesige kulinarische Kultur: deutschen Döner. Da man den in Thailand nur hier in stilecht und originalgetreu finden kann, essen wir in 12 Tagen nicht zwei, nicht drei, sondern sieben Stück.
Wir fahren zurück nach Chiang Mai, zur Abwechslung mit einem Tagzug. Ich wollte Anna die schönen Landschaften zeigen, vor allem zum Ende der Reise hin, im Wald und beim Durchqueren der Berge. Schade, dass gerade noch Trockenzeit ist und die Wälder weitaus weniger grün sind als als ich das letzte Mal hier lang bin.
Nicht weit vom Ende unserer immerhin zehnstündigen Reise entfernt, fahren wir an einem Waldbrand vorbei, der bis an die Schienen reicht. Wir waren tatsächlich so nah dran, dass wir die Hitze durch die Fensterscheiben hindurch spüren konnten.
Die Straßen sind weitaus weniger befahren als normalerweise. Zum einen wegen der hohen Spritpreise, aber zum anderen auch durch einen wesentlichen Mangel an europäischen Touristen, von denen der Großteil gerade nicht kommen kann, ohne für einen Direktflug eine Niere abgeben zu müssen.
Währenddessen verschlechtert sich auch die Luftqualität erheblich, was nicht unbedingt darauf Lust macht, raus zu gehen oder in Orten ohne Luftreiniger zu verweilen.
Und dann ist auf einmal schon wieder Songkran, das thailändische Neujahr. Eine gigantische Wasserschlacht, die drei Tage andauert. Wir wohnen im Epizentrum der Festlichkeiten. Am ersten Abend kommen wir zu Hause fast gar nicht nass an. Ein Helm, normale Klamotten und ein Scooter schützen einen zumindest ein Minimum.
Am zweiten Tag fahren wir früher nach Hause, weil wir mitfeiern wollen. 100 Meter von unserem Wohngebäude entfernt bewegt sich nichts mehr. Selbst auf unserem Scooter geht es nicht voran. Wir brauchen 15 Minuten bis zum Eingang unseres Wohnblocks, obwohl wir direkt davor standen.
Wir ziehen uns farbenfrohe Sachen an und treten hinaus in die Feier und wohnen einem Gratiskonzert von Milli, der thailändischen Eminem, auf einer großen Straßenkreuzung bei.
An einem anderen Abend, die Feiern sind schon wieder vorbei, berührt mich im Parkhaus auf der Arbeit etwas am Bein. Eine Frucht, sieht aus wie eine Litschi. Ich schaue mich um, auf der Suche nach dem Witzbold, aber in der Dunkelheit des Parkhauses ist niemand. Dann düst der Übeltäter nur wenige Fingerbreiten an meinem Kopf vorbei. Ich wurde in der Tat von einer Fledermaus mit einer Litschi bombardiert.
An einem anderen Tag, ihr kennt die unglückliche Geschichte bereits, kommt Anna in mein Büro mit einer vollen Strandtasche. Sie wurde gerade von ihrer Stelle gekündigt. Das ist traurig, aber sie hat es dann wenigstens geschafft, ein gut geschnürtes Abschiedspaket zu verhandeln.
Und wir wollten sowieso seit sehr langer Zeit dieser nutzlosen Stadt den Rücken kehren, weshalb uns das noch einen Tritt gibt, endlich weiter zu ziehen.
Mit diesen freudenreichen Worten wünsche ich euch, liebe Leser und Zuhörer, einen schönen Tag.
Bis bald, Torvald.

No comments:
Post a Comment