Zurück in Gangneung an der Ostküste. East Coast! (stellt euch vor wie ich mit meinen Fingern versuche ein E zu formen). Es ist Ende Juni.
Wir sind auch zurück in der selben Herberge in der wir am Anfang unserer Reise durch Korea gearbeitet hatten. Die erste Woche verbringen wir damit, weichen Tofu zu pressen. Das ist keine Umschreibung für etwas Anzügliches. Will und Yihan hatten beschlossen, ihren Tofuaufstrich online zu verkaufen. Hierzu muss man weichen Tofu zuerst kochen und dann das darin enthaltene Wasser loswerden. Das klappt am besten, wenn man so tut als ob man jemanden umarmt um seine Lebensenergie zu stehlen. Man muss nur sehr kräftig drücken.
Wir haben uns Fahrräder gekauft! Schaut nur, wie schön sie sind!
Wir fahren mit dem gesamten Team in die Stadt um Hühnerkrallen zu essen. Nein, auch hier keine Umschreibung. Wir haben die Wahl zwischen mit oder ohne Knochen und wir haben ohne Knochen genommen. Der Legende nach wird diese Artvon knochenlosen Krallen von alten Frauen ohne Zähne zubereitet.
Da die Herberge voll ist, verbringen wir ein Parr Nächte bei Will und Yihan. Hier erleben wir auch ein echtes Stück koreanische Kultur: Wie die Menschen in einer Wohnung leben. Im Gegensatz zu bei uns wollen die Koreaner lieber in einer modernen Wohnung als in einem Haus leben.
Wir machen uns auf eine erste Exkursion mit unseren Rädern auf. Beim hinfaufklettern eines Berges verliere ich ein Pedal. Zum Glück waren wir noch nicht weit vom Radladen entfernt, wo der Eigentümer mir eine neue Schraube ans Rad schraubt und dabei so stark drückt, dass man meint, er wolle entweder Wasser aus weichem Tofu herauspressen oder die Lebensenergie meines Rads stehlen. Wir starten also ein zweites Mal unsere Radtour und stoßen auf einen mit Seerosen überfüllten Sumpf.
Wir wollten unsere ehemalige Kollegin Hailey an ihrer neuen Arbeit am Meer überraschen, wo wir dort angekommen feststellen müssen, dass sie dort nicht mehr arbeitet.
Kein Problem, wir fahren am Strand entlang zuruck. Auf einmal höre ich ein zischendes Geräusch von meinem Hinterreifen. Ich halte an und finde ein Stück Glas die Größe eines kleine Landes Schrägstrich Steueroase in meinem Reifen. Wir sin noch weit von zu Hause entfernt, doch zum Glück sind wir schon am See wo es etwa zehn tausend verschiedene Fahrradverleihe gibt. Das Problem dabei ist nur, dass diese Verleihe eben nur verleihen. Nach dem 15. Laden der uns sagt, dass sie nichts zum reparieren haben, verlieren wir so langsam die Hoffnung. Wir versuchen einen letzten Laden wo ein netter älterer Herr sich der Sache tatsächlich annimmt. Bei jedem Pflaster, dass er auf den Schlauch aufklebt, entstehen zwei neue Löcher. Wir laufen nach Hause, während etwa zwei Stunden.
Die Regenzeit, der Monsun, hat angefangen. Ich stehe auf und finde einen großen Wasserfall im Treppenhaus der Herberge. Ich gehe hoch um zu schauen was da auf dem Dach passiert. Als ich die Tür aufmache, erfrischt mir ein Schwall von Wasser den Morgen. Das Dach war völlig überflutet et ich gebe mein Bestes, die Abflusslöcher von ihren Verstopfungen zu befreien. Ich bin schließlich noch vorm Frühstück völlig durchnässt.
Am Abend, um uns von den Emotionen des Tages zu erholen, bestellen wir in einem eher traditionellen Restaurant. Die Lieferung erfolgt in wiederverwendbaren Schüsseln und Tellern. Wenn man mit Essen fertig ist, stellt man das Geschirr einfach vor die Tür und der Lieferer kommt ein paat Stunden später wieder vorbei und bringt sie zurück ins Restaurant.
Mit Wills Hilfe geht es auf in einen sehr produktiven Tag. Wir melden uns mbei der Stadt an und eröffnen ein Bankkonto. Damit wir ach eine Karte haben und online banken können, müssen wir aber noch drei Monate warten. Um Betrug zu unterbinden, wird uns gesagt. Aber wir verdienen zur Zeit ja eh noch nichts.
Wir haben jetzt drei verschiedene Konten auf drei Kontinenten. Hashtag jetsetlife.
Nachdem ich mein Rad mein Radverkäufer reparieren haben lasse und ausgemeckert wurde, dass die Räder einfach draußen im Regen stehen, fahren wir zum Strand wo die Leute Feuerwerk in die Luft schießen, das bei mehreren Größenordnungen leiser ist als das militärische Jagdflugzeug, das gerade seine Runden dreht.
Wir fahren nach Yangyang, dem koreanischen Surferparadis, wo wir Hailey besuchen, die jetzt in einer Pooldisko arbeitet. Um dorthin zu kommen, müssen wir in Jumunjin umsteigen, dass, laut Will und Yihan, die aus Seoul kommen, ein Dorf ist. Wir finden dort Hochhäuser, einige Vielzahl an Läden und mehrere Schulen. Wir haben anscheinend nicht den selben Maßstab.
Eine schönen Tages hat Anna ein Vorstellungsgespräch für eine Stelle als Waffelbäckerin für eine Kette belgischer Waffeln. Plötzlich hält sie mir hier Telefon ins Gesicht. Überraschungsvorstellungsgespräch. Mit Erfolg! Wir würden beide angenommen und ich muss jetzt so tun als wäre ich Belgier. Ideen?
Während Anna hart arbeiten muss, mache ich eine Spritztour in einen Naturpark wo Insekten vor meiner Linse posieren.
Wir nutzen unsere zwei freien Tage um nach Daegu zu fahren, welche die Koreaner Daefrika nennen, wegen der hohen Temperaturen. Nein, wir haben nicht vier Stunden im Bus verbracht um ein kurzes Wochenende in der wörtlich heißesten Stadt Korea zu verbringen. Hier wird uns beigebracht, wie mach richtig Waffeln backt bevor es dann Anfang August am anderen Ende des Landes in Gwangju tatsächlich losgeht.
Am zweiten Trainingstag komme ich kaum zum Waffelstand durch, da sich eine riesige Schlange davor gebildet hat. Ich kann schon nicht mehr das Ende sehen und es kommen immer noch Leute dazu. Zum Glück endet die Schlange nicht an unserem Stand sondern geht bis zum Starbucks, die anscheinend eine Promo veranstaltet hatten.
Unsere neue Chefin erklärt uns, dass wir einen Gesundheitstest im Krankenhaus machen müssen. Alle Koreaner lachen, wenn wir ihnen erzählen, dass wir dieses Zertifikat brauchen. Der Grund? Wenn man in Korea Arbeit will, dann dann ist das mehr als nur abstrakt. Hier muss man wörtlich den Hintern hin halten. Für eine Stuhlprobe. Wenigstens ist das ehrlich.
Die andere Hälfte des Tests besteht aus einer Lungenradiographie. Das ist alles. Ein langes Wattestäbchen, dass man selbst auf der Toilette einführt ohne sich dabei einen Sehnenriss zuzulegen, und einmal Röntgen.
Dudu, unser Kollege, lädt uns zum Filmschauen in einem unabhängigen Kino ein, um uns von unseren Traumata zu erholen. Wir essen dort Popkorn, Gorgonzala-Camembert-Geschmack (kein Scherz!). Wir sind eh allein. Und dann ist das auch noch ein Film aus Quebec und ich verpasse die erste Viertelstunde der Dialoge bis ich mich an den Akzent gewöhnt habe. Tabernak!
Unser britischer Kollege, Alec, hatte die grandiose Idee, zum Markt zu gehen und einen lebendigen Oktopus zu kaufen. Nein, nicht die Lust auf ein Haustier hat ihn dazu gebracht. Er schneidet ihm den Kopf ab und die Tentakel in kleine Stücken. Ich probiere also auch. Sehr toll schmeckt die ganze Sache nicht und fühlt sich an wie Kaugummi. Und das krallt sich an den Zähnen fest, denn selbst ohne Kopf bewegen sich die Tentakel weiter in alle Richtungen. Man muss also ordentlich kauen bevor man schluckt.
Da es für uns bald wieder fortgeht, versuchen wir unsere Räder zu verkaufen. Wir kennen nun alle Zweiradläden in ganz Gangneung und sind unsere Räder immer noch nicht los.
Wir schalten also ein paar Annoncen auf dem Karottenmarkt und in ein paar Stunden haben sie fast zum Kaufpreis verkauft. Yuhpie.
Will erklärt uns, dass es das erste Mal ist, dass der Monsun so lange anhält. Die folgenden Nächte werden wir von Atombombenexplosionen die den Beginn des dritten Weltkriegs einläuten aus dem Bett gerissen. Oder nur ein äußerst nahes Gewitter.
Am letzten Abend machen wir eine Abschiedsparty mit allen zusammen und nehmen am nächsten Morgen den Bus einmal quer diagonal durchs Land nach Gwangju.
Damit ist auch unsere zweite und höchstwahrscheinlich letzte Folge in Gangneung beendet. Wir sehen uns beim nächsten Mal in Gwangju.
Bis später, Alligäter!
Jetzt geht es auch direkt und ohne Umschweife weiter mit unserem Echterfunden.
Hier noch einmal die Regeln zur Erinnerung: Unter den drei folgenden Vorschlägen muss man die echten von den erfundenen trennen.
Die Lösung findet ihr ganz unten nach den Bildern. Viel Spaß damit.
*Wer schummelt, muss seinen Weihnachtsbaum falsch herum aufstellen.
1 : Wenn die Toilette besetzt ist, dann, anstatt zu sagen dass besetzt ist, klopft die Person von innen an die Tür.
2 : Der Name Busan setzt sich aus den beiden Silben ‘Bus’ und ‘An’ zusammen. Bus ist das gleiche wie bei uns, an ist ein Partikel der für Negation genutzt wird. Busan heisst also ‘kein Bus’. Die Stadt bekam ihren Namen von ihrem Gründer Kim Hyun-Woo, der wenig für öffentliche Verkehrsmittel übrig hatte.
3 : Man fragt nicht wie es geht, sondern ob man gegessen hat.
Ganz genau, Nummer 2 ist falsch. Bu = Kessel und San = Berg. Busan heisst also Kesselberg. Ihr dürft euren Weihnachtsbaum falsch herum falsch herum aufstellen.














































































































No comments:
Post a Comment