Ah diese blöden Titel! Jedesmal muss ich mir irgendwas lustiges aber kurzes einfallen lassen und ich weiß nie-- Was? Das nimmt schon auf? Mist, schnell sag irgendwas lustiges. Äh wascht euch die Hände!

Liebe Verquarantänierten, live aus dem Hauptquartier der Erfinder schlechter Wortspiele bringen wir euch diesen Artikel, der auf Anweisung der Regierung als Maßnahme zur Bekämpfung der Langeweile aufgrund von Zwangseinhausung produziert wurde. Während dieser düsteren Zeiten haben wir 3,7 % mehr Humor und 4,2 % mehr Witze diesem Artikel beigefügt. Das Ganze völlig kostenlos und 100 % Bio, nur für euch, liebe treue Leser. Ihr dürft ihn auch gerne weitergeben, in der Hoffnung, dass er das einzig virale in eurem Leben bleibt. Guten Appetit. Und wascht euch die Hände.

Heute erwärmen uns die ersten Frühlingssonnenstrahlen die Kopfhaut. Es ist schön warm draußen und wir brauchen die Jacke und die Mütze nicht mehr. Oder den Röhrenschal, der inzwischen fast meine zweite, weitaus sanftere, Haut geworden ist. "Ja und?" höre ich euch ausrufen?
Nun ja, für uns ist seit einem Jahr Winter. Das ist der Preis, den wir für zwei aufeinanderfolgende Sommer zahlen müssen. Unser letzter Frühling ist ganze anderthalb Jahre her, und das ist schon ein komisches Gefühl.
Der Frühling hält allerdings nicht lange an. Zwei Tage später machen wir bei der Aktivität "Dachterrasse entfluten" mit. Ein Rohr war verstopft und der unermüdliche Regen läuft Gefahr, unser bescheidenes Heim zu überschwemmen. Unser Kollege Young-Ni-Chso-Jung kommt zur Hilfe herbeigeeilt und wir geben dem Fußweg vorm Haus ungewollt eine Hochdruckreinigung.







Ja wie? Langweilen euch unsere täglichen Missgeschicke? Seid ihr etwa neidisch? Oder wollt ihr lieber, dass ich von DEM Thema spreche?
Okay, einverstanden. Ja, in der Tat, wir müssen noch bis Herbst nächsten Jahres (2021! Wenn es Großzahlen gäbe, wäre dies hier der perfekte Zeitpunkt, sie auch zu nutzen!) warten, bis die nächste Staffel von Doctor Who endlich rauskommt und mich stimmt das genauso traurig wie euch.
Um mich von dem Schock zu erholen, gehe ich kurz am Strand spazieren, bevor es zum Bowling und ein bisschen Shoppen geht.
Wenn man übrigens in die Stadt geht, sieht man hier viele Menschen mit Masken. Nicht nur jetzt gerade, mein ich, sondern im Allgemeinen. Zur Zeit sind es nur ein paar mehr.
Normalerweise tragen die Menschen hier Masken, um andere bei Erkältung vor ihrem Schnodder zu schützen oder um nicht den Smog in den Riesigstädten einatmen zu müssen.
Jedenfalls setzen wir auch unsere Masken auf, was inzwischen in den öffentlichen Transporten Pflicht ist, und fahren eine Stunde in den Süden in die Stadt Donghae, um dort unsere Alien Card zu beantragen. Jeder Außerirdische, der länger als drei Monate in Korea bleiben will, braucht so eine. Eine Art Personalausweis für Ausländer.
Im Immigrationsbüro wird uns als Erstes ein Buch mit Rezepten für koreanische Gerichte in die Hand gedrückt. Ähm, wir sind nicht hier wegen Kochkursen. WIR KARTE WOLLEN DAMIT KÖNNEN KLAUEN ARBEIT!
Ah, das ist ein Willkommensgeschenk? Danke, das ist aber nett.
Uns werden die Fingerabdrücke genommen. In meinem Fall etwa 25 Mal, da die Maschine mit meinen Gliedmaßen nicht ganz klarkam. Der Beamte drückt sie schließlich auf der Maschine platt, was ebenfalls nur zu einem mittelwertigen Ergebnis führt. Als wir endlich fertig sind, schmieren wir unsere Hände großzügig mit einem Produkt ein, das fast genauso riecht wie der morgendliche Mundgeruch einiger ehemaliger Kollegen im Call Center. (In Portugal, den guten alten Zeiten, als Sommer noch das ganze Jahr über andauerte.)
Wo wir gerade von Schnaps sprechen, als wir zu Hause ankommen, gibt man uns Makgeolli zu kosten, koreanischer Reinweis, äh, Weinreis.

Wir machen uns auf zu Gangneungs Olympiadorf, um uns vor einer geschlossenen Eislaufbahn wiederzufinden. Nicht schon wieder! Das Schwimmbad nebenan hat aber offen, seltsamerweise.
Wir gehen stattdessen am See spazieren und in einer Spielhalle zocken.





Am See erklärt uns Young, dass die Noblen früher lieber an den See als ans Meer gingen. Seltsame Idee. Er erklärt uns auch, dass es fünf verschiedene Monde gibt: Der Mond selbst (sag bloß!), die Spiegelung im Meer, die Spiegelung im See, die Spiegelung in der Schale Alkohol die ihr verkostet und die Spiegelung in euren Augen. Ich würde sogar noch einen sechsten Mond hinzufügen (damals hatten die noch keine Badehosen, oder?).

Mit den schlechten Nachrichten die aus der Stadt Daegu kommen, haben viele Leute ihre Reise nach Gangneung lieber abgesagt und das kleine Hostel, in dem wir arbeiten, hat zum ersten Mal keinen Gast am Freitagabend. Um das zu feiern, beginnen wir den Abend damit, Sachen zu essen, die Anna nicht wirklich begeistern. Unter anderem lebenden Tintenfisch (schon in Streifen geschnitten, aber das zappelt noch weiter), einen Kraken, der sich in einem ähnlichen Zustand befindet und eine rohe, aber tote, Krabbe (wobei sich der Amateurmeeresbiologe in mir wundert, woran der denn gestorben ist wenn man ihn nicht gekocht hat). Seid beruhigt, wir haben die Krabbe und den Kraken vorm Essen gekocht. Uns wird erklärt, dass die größeren Kraken, auch wenn bereits von allen Innereien befreit und damit theoretisch tot, weiterhin stundenlang herumwackeln können und dass sie dazu neigen, wenn man nicht aufpasst, dem Kochtopf zu entfliehen und auf der nächsten Polizeistation Anzeige zu erstatten.







Reich mir die Zange!

Aber ich schweife wieder ab. Wir haben den Abend also mit einem Kraken mit Hummeln im Hintern begonnen, danach den berühmten Soju probiert, einer Art leichten Vodka aus Korea, der Chef füllt die Gläser zweier Unbekannter die für die Bar gekommen sind kontinuierlich mit Whisky auf und nimmt sie und uns alle mit vor die Tür, wo wir einen Regentanz unter einem Holzpavillion ausführen.




Wir machen bei einer morgendlichen Meditationssitzung vom Chef mit, nach dem Frühstückmachen. Anna geht direkt danach einen Mittagsschlaf machen. Hochwirksam war das allemal!
An einem anderen Morgen fragen wir uns, warum wir denn so müde sind. Wir spekulieren schon, dass eventuell auf Sommerzeit umgestellt wurde, um kurz danach festzustellen, dass die Koreaner das seit ein paar Jahrzehnten nicht mehr machen. Wir sind einfach nicht ans frühe Aufstehen gewöhnt, das ist alles.

Will lädt uns und Doo-Young in ein Café ein. Nach 10 Minuten Autofahrt finden wir uns mitten in der Pampa vor einer stillgelegten Fabrik und wir fragen uns, ob er uns hier aussetzen will und ziehen vorsichtshalber schon Mal Strohhalme, um festzulegen, wer als Erster gegessen wird. Und da sind wir schon.









Wir kaufen ein Kartenspiel. Als wir die Packung aufmachen, wird uns unser Fehler schnell klar. Young erklärt uns, dass das Spiel normalerweise mit Geld gespielt wird und dass jedes Dorf seine eigenen Regeln hat. Ich habe verloren, ohne zu verstehen warum. Mein Dorf hat mir nie die Regeln erklärt.

Uns zieht es erneut zum Busbahnhof, wo bereits jemand im Schutzanzug den Wartesaal mit einer Nebelmaschine desinfiziert. Diskostimmung, auch wenn niemand so recht zum Tanzen Lust zu haben scheint.
Wir fahren nach Pyeongchang (nicht mit Pyöngyang zu verwechseln, der Hauptstadt des Nordens) um dort das Ende der Skisaison auszunutzen.
Im kostenlosen Bus, der uns vom Bahnhof zur Station fährt, fühlen wir uns etwas "overdressed" (zu schick, wa?). Die Leute fahren in Badelatschen hoch.
Wir zahlen den phänomenalen Preis von 11,40 Euro pro Person für die Ausrüstung und den Skipass für die Lifte.
Wir machen eine Pause und essen Ski-typische Snacks: Gimbab und Nudelsuppe. Ich mache mich wieder einmal zum Affen, als ich mir aus einer Karaffe Wasser eingiessen will. Als ich auf den Knopf drücke, füllt sich mein Becher mit einer heißen, braunen Flüssigkeit. Der Budenbetreiber erklärt mir, dass es sich hierbei um Sauce für bestimmte Snacks handelt. Kein Ding, ich schmelze einfach ein bisschen Schnee dazu im Becher und trinke ihn wie einen Eistee.
Als die Pisten dann zu machen, geben wir die Bretter zurück und gehen vor die Tür, wo ein Bus vor 10 Minuten abgefahren ist. Der Nächste? In zwei Stunden. Wir nehmen schließlich ein Taxi bis zum Bahnhof, was uns fast genauso viel kostet wie der Skiurlaub für zwei. Sauber eingefädelt!

Der Bahnhof von Pyeongchang wurde vor nicht viel mehr als zwei Jahren errichtet, extra für die olympischen Spiele. Er ist dementsprechend modern, riesig, blitzsauber und völlig leer, da es im Umkreis bis auf die Skistation nur wenig Zivilisation gibt.
Am Eingang muss man durch eine Art Tunnel, der uns mit UV-Licht bestrahlt. Drinnen bittet uns eine Dame, unsere Hände zu desinfizieren.
































Und jetzt treten wir gemeinsam einen Schritt hinter die Filmkulissen dieses Blogs. Ihr könnt euch glücklich schätzen, ihr seid jetzt waschechte VIPs. An diesem Punkt, in meinen Unterlagen, hatte ich notiert, dass die Australier gerade eine Klopapierkatastrophe durchleben und ich wollte euch diese Kuriosität mit ein oder zwei strategisch gut platzierten Witzen vor Augen führen. Allerdings scheint die große, weltweite Bewegung zur finanziellen Unterstützung der Klopapierhersteller schneller als ich gewesen zu sein.
In der Zwischenzeit, in Portugal, hat der Präsident der Republik die Nase voll und setzt sich selbst für 15 Tage unter Quarantäne. Ich hoffe für ihn nur, dass er vorher Klopapier kaufen konnte, um sich nicht noch tiefer in der Kacke zu finden. Was? Was denn? Auch dieser Witz hätte nicht auf diesem Blog veröffentlicht werden sollen, aber ich hatte in meinem jugendlichen Leichtsinn ja mehr Witze versprochen. Also, da habt ihr's. Ich hatte euch auch nie gute Witze versprochen und wenn ihr regelmäßig das hier lest, dann habt ihr euch auch schon an die rudimentäre Qualität meines Humors gewöhnt. Also hört auf zu flennen, dafür habt ihr einfach nicht genug Zellstoff zur Verfügung!


Jedenfalls gehen wir am Tag nach unserem Skikurzurlaub Surfen. Was ein Leben!














Es ist gerade einmal Anfang März und wir frieren uns diverse Gliedmaßen ab, trotz Neoprenanzug und Handschuhen. Wir beschließen, dass erst einmal genug ist, kurz nachdem wir uns eine Lungenentzündung zugezogen haben.

Und jetzt wird es Zeit für Haikus (japanische Gedichte, 5-7-5, Anm. d. R.):

Bald mein Bruder kommt.
In zwei Wochen nach Japan.
Wir freuen uns schon!

Hiobsbotschaften!
Flieger fliegen das ist kein Ding.
Wir weniger Glück.

Nur Reis und viel Pech.
Isolierung uns erwartet.
Traurige Wahrheit.

Kein Karaoke.
Am Boden wir verbleiben.
Niemand uns befreit.

Für Sudoku-Süchtige und Kreuzworträtselfanatiker und um euch ein bisschen zu beschäftigen, habe ich eine Silbe zu viel in einen der Verse gesetzt (100 % mit Absicht, versteht sich natürlich. Ich schwör!) Viel Spaß!
Und wenn ihr euch über meine Dichterkünste beschweren wollt, könnt ihr gerne einen Kommentar unten hinterlassen, aber nur in Versen. Ich liebe poetive Kritik.

Während wir auf die Rückzahlung von den ganzen Sachen, die wir für unseren Trip gebucht hatten, warten, werden wir in ein anderes Café mitgenommen, 45 Minuten Autofahrt auf einem Berg. Ist heute der Tag, an dem wir ausgesetzt werden?





Um uns davon zu erholen, Grillen wir vor der Haustür des Hostels mit gutem Fleisch vom Markt. Da es uns etwas an Kunden fehlt, hat der Chef anscheinend endlich die Zeit die ihm sonst immer gefehlt hatte, um mehr Geld auszugeben. Ein Problem, dass uns allen zu schaffen macht, denke ich.






Ich kann nicht mehr schlafen. Ich wache auf und mir ist heiß. Ich wache auf und mir ist kalt. Ich weiß nicht mehr, was ich noch machen soll. Ich muss mit jemandem reden, das lässt mich nicht in Ruhe. Ah, hallo. Was bringt mich denn gerade zur Schlaflosigkeit, fragt ihr euch?
Die Angst, mich anzustecken? Die Angst, sich auf der Straße wieder zu finden wenn nicht genug Gäste da sind? Die Angst vor einer Lücke im Lebenslauf? Angst vor zu wenig oder zu später Rente? Die Angst, dass man uns Japan nicht zurückzahlt? Angst vor einer neuen globalen Wirtschaftskrise durch das Virus und vor einem kompletten Kollaps unser aller Lebensstils durch die politischen Veränderungen in den letzten Jahren, die einem neuen Aufstieg autoritärer und nationalistischer Staatsform überall in der Welt Platz machen?
Nein. Hierbei geht es um die typograpische Abscheulichkeit, die die Koreaner missbrauchen, um eine Telefonnummer in zwei zu teilen, was sage ich, zu guillotinieren!

Habter das gesehen? Klammer zu? Meine Ohren prickelnd und meine Baarthare kräuseln sich. (Ausserdem bluten meine Augen, aber man hat mir gesagt, das sei gutartig, also allet in Butter.)

Wir gehen also erneut Bowlen, diesmal mit Young und dem Neuen, der Doo-Young heisst, um Young zu verabschieden.
Wir bleiben etwas länger her in Gangneung als ursprünglich vorgesehen, da uns Japan unilateral storniert hat.




Jetzt geht es auch direkt und ohne Umschweife weiter mit unserem Echterfunden.
Hier noch einmal die Regeln zur Erinnerung: Unter den drei folgenden Vorschlägen muss man die echten von den erfundenen trennen.
Die Lösung findet ihr ganz unten nach den Bildern. Viel Spaß damit.

Wer schummelt, muss sich die Zähne putzen, ohne dabei vorher die Maske abzusetzen. Anm. d. R.

1 : Es gibt hier kein Münzgeld.
2 : Die Rundumleuchte der Polizeiautos ist ausfahrbar.
3 : Um in Korea tätowieren zu dürfen, braucht man eine medizinische Erlaubnis, um das in aller Legalität ausführen zu dürfen.

Bis bald! Wir denken an euch! Und wascht euch die Hände!






















































  







































Und hier noch die Lösung zum Echterfunden: Auch hier gibt es Kleingeld, auch wenn der reine Metallwert wahrscheinlich nicht weit entfernt vom aufgedruckten Wert ist. Danke fürs Mitspielen und Bravo! Ladet euch selbst auf eine kleine Klopapierrolle ein. Ihr habt es euch verdient!

No comments:

Post a Comment