Was ist der Unterschied zwischen einer Ente?

Ja, wir sind noch am Leben. Nein, wir haben nicht unser Tablet verloren, noch sind uns unsere schreiberischen Fähigkeiten entlaufen. Wir hatten mit unserem Kumpel zu tun und alle Hände voll.

Wir lassen wenig von uns hören, da wir in geheimer Mission unterwegs sind.

Für alle, die nicht all zu viel Zeit oder Lust haben oder so faul sind wie ich selbst, gibt es gleich hier eine kurze Zusammenfassung unseres Tagesablaufs:

Arbeit, Nickerchen, Arbeit, Nickerchen. Jep, zwei Mal Arbeit am Tag aber dafür auch zwei Mal Siesta. Wir bekommen zwei Tage zum Preis von einem. Wir sind jetzt also summa summarum seit acht Monaten hier.

Was wir sonst noch gemacht haben, im Schnelldurchlauf: Okarito, Fox Glacier, Stromausfall (x2), nasses Auto (von innen), Weihnachten ist ein schlechter Tag für Sprittis, Paintball, Alter und Krankheit, Tickets und Unterkunft Fiji, Klopapiermafia, Gärtnerei im Restaurant, Puzzle, vorbei im Restaurant, Anna und das chinesische Neujahr, neue Arbeit im (Trommelwirbel) Supermarkt, Frisur aus Südafrika, Aqua Yoga, Wandertouren, Sushi-Monopoly, genervt von Blogtiteln die überhaupt nichts mit dem Artikel zu tun haben, glow worms und die nackte Angst, Schlammlawine und Freude, Brot- und Milchlieferung via Helikopter, Kayak, Robert's Point und der Tod, 5 Meter Regen im Jahr (senkrecht, nicht waagerecht), ein Hörbuch das wir nicht anhören können, Anna tut der Hintern weh und, zuletzt in den Schlagzeilen, Maryvonne ist durch den WOF gefallen.

Uns ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung wichtig.

Bravo, wenn ihr es bis hierher geschafft habt. Hiernach gehen wir mehr ins Detail. Wenn ihr für heute genug gelesen habt, dann ist die Reise hier vorbei.
Also, Küsschen und bis bald!

Wie ihr auf der Detailkarte auf der Rückseite sehen könnt, sind wir alle Straßen Franz Josefs abgelaufen. Ja, ihr habt richtig gelesen, alle drei!


Ah, du bist ja doch noch da. Okay, dann wollen wir mal versuchen, unsere grauen Zellen zu nutzen, um mit Hilfe unserer fingrigen Gliedmaßen ein linguistisches Gericht zu zaubern, dass man nicht in kleinen Portionen, sondern mit den Händen in der Schüssel verkostet. Guten Appetit.

Also, fangen wir am Anfang an und schließen wir mit dem Ende (beim nächsten Mal machen wir das dann andersrum, als Ausgleich).




Hier wohnen und arbeiten wir (Euch fällt sicherlich auch, zu unserer großen Verzweiflung, die Abwesenheit einer Metrostation auf)

Hier gibt es viele wilde Vögel (die Art mit den Federn). Ein Kea zerstört regelmäßig Kisten hinter dem Restaurant, ein Tui (nicht verwandt oder verschwägert) imitiert schweres Gerät den ganzen Tag über und kleine runde Vögel fliegen lautlos um unsere Köpfe.

An meinem freien Tag habe ich die grandiose Idee, Rippchen im Restaurant zu essen, wo wir arbeiten. Dort entdecke ich endlich die Geschichte von Alice May. Um es kurz zu halten: Die Geschichte spielt vor über 100 Jahren und beginnt damit, dass Alice ihren Freund mit einem Revolver erschießt, weil dieser lieber mit seinen Kumpels einen trinken geht, anstatt sie zu heiraten (zum Glück trinke ich allein). Sie wird also zu Gefängnis mit Zwangsarbeit verurteilt, lebenslänglich. Dank einer Petition, geführt von Frauen die sich in ähnlich schlechten Bedingungen (die ich vorher ausgelassen habe, um Platz für einen schlechten Witz zu haben) befanden wie Alice, kann sie vorzeitig raus, ihren Prinzen heiraten und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende. Ach ja, unsere Chefin im Restaurant (die wir nie zu Gesicht bekommen, die uns aber ständig durch die Kameras beobachtet), ist Alice May Parkers Enkelin. Und die Moral von der Geschicht'? Die Rippchen waren gut, aber super nicht. Die Bedienung war allerdings sehr viel besser als an den Tagen, an denen ich dort arbeite.

Es regnet erneut ein wenig. Maryvonne, die alte Dame, kann es nicht immer halten und wir finden keine Windel in ihrer Größe. Wir schließen alle Fenster und Türen und hoffen, dass es drinnen trocken bleibt.
Der Regen fällt Bäume und die Bäume fallen auf Stromleitungen und wir haben eine Nacht lang keinen Strom. Nicht so schlimm, wir wollten eh zeitig ins Bett. Am nächsten Tag ist der Strom wieder da und wir entdecken, dass ohne Saft das Leitungswasser gelb wird. An diesem Tag wurde uns auch unser komplettes Flaschenwasserlager leergekauft.

Und plötzlich, Weihnachten!
Ihr wollt euch so richtig die Kante geben? Einen hinter die Binde gießen? Eure Leber explodieren lassen? Euch komplett abschießen? Eine Reise nach Waisnimähr buchen? Euch... Okay, mir gehen die Sprüche aus, fragt mal einen Belgier, die kennen sich mit der Matiere bestens aus. Wo war ich? Achso, euren Kanister Rotwein müsst ihr vor Weihnachten kaufen, da Alkohol am selben Tag zu kaufen böse ist!

Mit eine paar Kollegen vom Restaurant geht es zum Paintballspielen in einen Wald. Dank Regen und Schutzbrille sehe ich mehr oder weniger gar nichts. Ganz lustig, bis ein Querschläger auf meiner Maske landet und seinen Inhalt in meinen Mund explodiert. Ein Paintballball schmeckt alles andere als gut, falls ihr noch Ideen für Sonntag Mittag sucht.

Wir reisen in das neue Jahr mit ein paar Kollegen im Blue Ice Café. Das ist nicht wirklich ein Café, sondern ein Barrestaurantdisko. Dank der Zeitverschiebung sind wir mit die ersten auf dem Globus im neuen Jahr. Und das im Sommer!
Am Tag, an dem ich 30 werden, fängt meine Nase mit Laufen an und ich huste unkontrolliert. Die 40 macht mir jetzt schon Angst. Bevor mich mein fortgeschrittene Alter umbringt, versuchen wir, alle möglichen Wanderpfade der beiden Gletscherdörfer abzulaufen.












































Kaz, unsere Chefin im Hotel, gibt uns eine Nummer, die sie von jemandem hat der jemanden kennt der jemanden kennt der... Ihr kennt das Prinzip. Wir schicken eine Nachricht und haben einen Termin auf einer Farm in Whataro (Fa-Ta-Ro-A), zwischen den Weiden der Kuh- und Schafherden. Wir klopfen, uns wird die Tür geöffnet ohne auf uns zu schießen und eine Dame lädt uns in ihren Friseursalon ein. Sie kommt ursprünglich aus Südafrika (Süht-A-Frieh-Kah), ist aber schon seit zwanzig Jahren hier. Wir erklären ihr, dass wir ihre Nummer von jemandem haben der jemanden kennt der jemanden...

Annas Geburtstag ist dieses Jahr am gleichen Tag wie das chinesische Neujahr. Dieses Jahr ist das Jahr des Schweins aus sinologischer Ansicht. Denkt mal darüber nach.

Wir hören im Restaurant auf um im Supermarkt anzufangen. Dort machen wir mehr oder weniger das Gleiche wie vorher. Anna muss mit den Kunden an der Kasse sprechen und ich bringe mittelgroße Mengen an Früchten und Gemüse aus dem großen Kühlschrank hinten in den kleinen Kühlschrank vorne, damit die Leute kleine Mengen an benannten Früchten und Gemüse in ihre Mini-Kühlschränke zu Hause bringen können. Die Kältekette endet normalerweise hier, außer ein Kunde hat die Idee, ein Picknick zu machen und winzige Mengen in einer Kühltruhe mitzunehmen.

Anna geht in die Hot Pools für einen Aqua-Yoga-Kurs. Da ich arbeiten musste, kann ich nicht mit, aber sie ist sehr entspannt zurück gekommen. Namasté.

Nach einem Sushi-Monopoly-Abend beschließen wir, zu Fuß durch den Wald nach Hause zu laufen. Wir sehen überall Glow Worms, ein Sternenhimmel am Waldboden. Im Dunkeln werden wir vom Vollmond geblendet und nicht weiter identifizierbare Geräusche lassen uns einen Schritt schneller gehen.

Nach erneutem starken Regen sitzen wir auch erneut im Dunkeln (der Dritte Stromausfall in meinem Leben). Am nächsten Tag kann man folgende Fotos im Internet bewundern:


Die Straße ist im Norden komplett gesperrt, es gibt keine örtliche Umgehung und einmal herum fahren dauert etwa 12 Stunden. Mit Freude stellen wir fest, dass die Aufräumarbeiten für drei Tage angesetzt sind, um etwa 400 Meter Asphalt von Schlamm und Steinen zu befreien. Die Kunden im Hotel kommen auch nicht durch und so haben wir einen Tag mehr frei.
Die Lieferungen für den Supermarkt kommen ebenfalls aus dem Norden und ich habe endlich Platz, mich im Kühlschrank zu bewegen, ohne mich ständig zu stoßen. Brot und Milch werden per Helikopter eingeflogen, was mehr ein medienwirksam Spektakelt, inszeniert durch die Supermarktführung, darstellt, als ein Kampf ums Überleben der hiesigen Bevölkerung.


Wir brechen auf eine neue Wanderung auf, die nicht für Anfänger gedacht ist. Es geht zum Robert's Point, der näher Gletscher heranführt als der kleine Touristenlatsch von 1,5 Stunden.
Nach etwa drei Stunden überqueren von tödlichen Bächen, hoch gebauten Hängebrücken, eine Holztreppe an einer Felswand, 90º Gefälle erklimmen und mehreren Fällen und Ausrutschern aufgrund schlecht geschlossenem Schuhwerks, sind wir endlich da. Eine super Aussicht auf den Gletscher und das Dorf empfängt uns. Toll. Das Ding ist nur, dass wir den selben Weg auch wieder zurück müssen. Nach 5h40 kommen wir endlich wieder am Auto an, mit brennenden, klitschnassen Füßen.


































Wir konnten ein paar günstige Flugtickets auf die Fiji-INseln ergattern und müssen nun nach einer Unterkunft suchen. Die erste Empfehlung auf Booking schlägt uns zehn Tage für nur 36'000 NZ-Dollar vor. Danke, aber wir wollten das Zimmer eigentlich nicht kaufen, auch wenn 12'000 $NZ Ermäßigung nett gemeint sind.

Wir haben ein wissenschaftlich ausgeklügeltes System zur Entscheidungsfindung entwickelt.

Der Tag K (für Kajak) ist endlich da und wir finden uns auf dem Mapourika-See unter strahlender Sonne wieder. Wenn man laut genug schreit, läuft ein Echo in einer Art Halbkreis durch den Wald und weckt die Kiwis auf (die nachtaktiv sind). Wir erfahren, dass wir uns im fünft-regnerischsten Ort der Erde befinden, wo im Jahr fünf Meter runterkommen. Hier ist auch Primärwald noch vorhanden, der aus der jurassischen Periode stammt. Die Filmemacher von "Jurassic Park" wollten deshalb ursprünglich auch hier filmen. Aber sie fanden, dass es im Regenwald zu viel regnet und sind deshalb auf Hawaii drehen gegangen. Heute immerhin regnet es nicht und man kann sogar den Gipfel von Mount Cook oder Aoraki sehen, dem höchsten Berg im Land, ein kleines weißes Dreieck weit hinter den Gipfeln der Gletscher.

Wir bestellen uns Bücher online. Ich hab anscheinend nicht richtig hingeschaut und bin nun stolzer Besitzer eines Buches, dass ich schon gelesen habe, und einer MP3-CD, die nicht in das Tablet passt (ich hab's versucht und die Sache ist weitaus sperrige als eine SIM-Karte).

Heute erst sind wir bis nach Fox Glacier gefahren, damit die Werkstatt den WOF von Maryvonne macht. Der WOF (Warrant of Fitness - 'ne Art TÜV) muss alle sechs Monate gemacht werden. Nachdem wir uns drei Stunden lang die Beine vertreten haben, gibt uns der Mechaniker das Urteil: Durchgefallen. Wir müssen also am Ende des Monats unser Auto bei ihm abstellen, von wo es dann auf den Schrott kommt.
So schlimm ist es dann auch wieder nicht, ein paar kleine Reparaturen die uns die andere Niere kosten werden und wir haben nochmal sechs Monate Ruhe.

Und zum Abschluss, wenn ihr euch gefragt habt, warum Annas Hinter weh tut, dann liegt das daran, dass sie während ihres freien Tags Reiten gegangen ist. Versteht ihr das? Ich auch nicht, aber so hat sie mir die Sache geschildert.

So, das war jetzt aber wirklich erst einmal alles. Ich hoffe ihr hattet eine angenehme Zeit. Wir treffen uns bald wieder genau hier. Guten Hunger
















































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