2025 Teil 4: Nur damit meine Notizen schön ordentlich sind

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Schon wieder ein Artikel? Ich dachte du bist "auf dem aktuellen Stand?" Habemus Papam und so weiter?
Ja, das habe ich gesagt. Aber das ist hier nur ein kurzer Artikel, bevor es gleich wieder auf Reisen geht, weil ich gerne Ordnung auf meinem Handy habe, so weit wie möglich. 
Nach diesem Artikel gibt es also wirklich überhaupt keine Notizen mehr bis die Große Reise Nummer drei losgeht. Gewöhnt euch also nicht zu sehr an diese Frequenz an neuen Artikeln, irgendwann ist im Ballon einfach keine Luft mehr.

Nachdem wir aus Japan und Tapei zurückgekommen waren, haben wir einen Umzug unternommen. Jeden Tag ein bisschen, da die Eigentümerin der alten Wohnung sich mit dem Datum vermacht hat und wir so zwei Wochen kostenlose Überschneidung hatten. 
Durch Zufall ist die Nummer unserer Wohnung im neuen Gebäude die gleiche wie damals unsere erste Wohnung in Chiang Mai. Und da gute Nummern als Zeichen von Glück verstanden werden, teile ich diese meiner Kollegin mit, damit sie das richtige Lotto-Ticket auswählen kann. 
Sie hat nicht gewonnen. 

Kaum den Umzug hinter uns, geht es schon wieder auf Reise. Diesmal verbringen wir ein verlängertes Wochenende in Pattaya, wo Marcels Papa gerade Urlaub macht. Wir zeigen ihm den Markt auf dem eine Boeing geparkt ist und setzen ihm einen Uhu auf den Arm. Einen lebendigen.
Im Gegenzug zeigt er uns die Insel gegenüber, Koh Larn, wo die Strände und das Wasser sauberer sind als am Stadtstrand von Pattaya. 
Wir zeigen ihm dann die berühmt-berüchtigte Pattaya Walking Street und Soi Nr. 6.
Eines anderen schönen Morgens gehen wir in einen Erlebnispark namens Mini Siam, wo man touristische Sehenswürdigkeiten aus vielen Ländern, wie den Eiffelturm, die Pyramiden oder gar das Atomium in Miniatur anschauen kann.
Ein großer Teil des Parks ist Thailand gewidmet, und wir entdecken die Namen von Provinzen, die wir zuvor noch nie gehört hatten. An Provinzen gibt es aber auch stolze 77 Stück, weshalb das nicht weiter verwunderlich ist. 
Dann geht es für uns auch schon wieder zurück zum Flughafen, am nächsten Tag werden wir wieder auf Arbeit erwartet.

Marcel macht nach langer Zeit mal wieder Theater. Also im wörtlichen Sinne. Es handelt sich dabei um ein Stück zu Menschenhandel, das vom Regisseur selbst geschrieben wurde und auf echten Begebenheiten basiert. Sehr fröhlich.

Ihr habt vielleicht in den Nachrichten gehört, dass es einen Konflikt mit Kambodscha vor inzwischen ein oder zwei Monaten gab. Oder sogar länger her, wenn ihr diesen Artikel später lest. Irre, wie das funktioniert mit der Zeit.
Streitigkeiten zum Grenzverlauf, wie es in vielen Gegenden der Welt der Fall ist. 
Wir machen uns keine all zu großen Sorgen. Die Grenze zu Kambodscha ist mehr als 800 km von uns entfernt, also etwa genauso weit wie die Ukraine zu einigen von euch, und es ist kein großes Land mit einer starken Armee, die mal kurz in Thailand einmarschieren könnte. 
Aber selbst wenn wir so weit weg sind ändert sich was in unserem Alltag.
Wir haben einen speziellen Pass, mit dem wir ein Militärgebiet durchqueren können, um zur Arbeit zu fahren. Das verkürzt uns die Hinfahrt um einige Minuten und wir fahren dort dementsprechend täglich durch. 
Aber während des Höhepunkts des Konflikts, sozusagen, wurden alle Fahrzeuge ausnahmlos angehalten und der Inhalt der Kofferräume inspiziert. Selbst auf dem Roller, an den ganzen Autos vorbeiziehend, dauert das.
Und dann, ein paar Tage später, hat es Gespräche in Malaysia gegeben und das Schlimmste scheint erst einmal hinter uns, aber die Spannungen in den Grenzprovinzen sind weiter hoch.

Es ist auch jetzt zu ungefähr dieser Zeit das Marcel seinen Fanzösieburtstag feiert. 
Seit inzwischen 18 Jahren, oder sein halbes Leben lang, spricht er (fast) jeden Tag französisch. Anfangs nicht so wie jetzt, natürlich. Und jetzt, auch nicht wie damals als er in Frankreich wohnte, natürlich. 
Damals sprach ich so wenig in anderen Sprachen, inklusive meiner Muttersprache, dass ich mir selbst auf Deutsch einen französischen Akzent angewöhnt hatte. Ungewollt.
Das ist mir nur aufgefallen, weil mehrmals unabhängig voneinander deutsche Touristen mir sagten, dass ich zwar gut Deutsch spreche, aber trotzdem einen kleinen Akzent hätte.
Zuerst dachte ich, die wollen mich doch veräppeln. Aber ein kleiner Zweifel blieb bestehen, also habe ich mich zum Test beim Vorlesen aufgenommen. Und siehe da, ich wurde doch nicht veralbert. 
Heute habe ich, denke ich, meine deutschen Akzent im Deutschen wieder zurückerobern können, JA! Aber Englischsprachige Menschen denken weiterhin ich sei Franzose, da ich einen kleinen französischen Akzent habe, wenn ich in ihrer Sprache spreche. Und, wie es aussieht, auch in allen anderen Sprachen, die ich so zusammenzustammeln versuche. Das ist anscheinend ansteckend.

Wir fliegen für ein Wochenende nach Bangkok. Und das wurde auch Zeit, ich war seit drei Monaten nicht mehr außerhalb Chiang Mais. Das müsst ihr euch mal vorstellen?

Wir machen halt in einem Einkaufszentrum und entdecken einen großen Raum mit vielen verschiedenen Hüpfburgen, inklusive Hinderniskursen.

MIT ZUTRITT AUCH FÜR ERWACHSENE!

Da machen wir natürlich mit, selbst in Jeans, und toben uns aus. So viele Menschen hier. Und fast keine Kinder. 

In unserem Hotel angekommen bekommen wir eine kostenlose Hochstufung der Zimmerkategorie, oder kurz "ein Upgrade". Cool. 

Wir sind auch in Bangkok um einem Akrobatikspektakel von einer Art chinesischem Cirque du Soleil beizuwohnen, im Hauptschauspielsaal des Landes. 
Unsere Rollerfahrer setzen uns davor ab und machen schnell wieder die Fliege. Viel Sicherheitspersonal inklusive Polizei ist hier unterwegs, Wachen ganz in weiß, auch der Helm, am Eingang, und nicht weit sitzen Menschen komplett in gelb gekleidet mit Bannern in der Hand. 
Wir sehen immer mehr hochplatzierte Menschen der Regierung des Landes und andere VIPs. Und schaut mal, dort, nur drei Meter von uns eine bekannte thailändische Schauspielerin.
Das Spektakel selbst war übrigens auch sehr cool, falls ihr euch fragen solltet.

Seitdem sind wir wieder zurück in Chiang Mai und versuchen, unsere nächste Große Reise vorzubereiten. Inzwischen schon die Große Reise Nummer Drei, um genau zu sein. Die Zeit vergeht schnell. Irre, wie das funktioniert. Habt ihr gerade eine Art Déjà-Vu? Oder korrekterweise Déjà-Entendu, für mein zuhörendes Publikum?
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels bleiben uns noch genau zwei Wochen, bevor es auf nach China geht, und wir haben bis jetzt nur die Hinflugtickets. Für eine Reise, die einen kompletten Monat lang sein wird.
Die Vorbereitungen stellen sich dieses Mal als komplizierter heraus, weil die erste Woche unseren Urlaubs auf die goldene Woche in China fällt. Das bedeutet, dass alle Chinesen diese Woche Feiertage haben. Ja, alle! Das führt dazu, dass Zugtickets schon nach wenigen Minuten nach Verkaufseröffnung im Internet ausverkauft sind. Und das führt auch dazu, dass touristische Orte in China mit großer Wahrscheinlichkeit völlig mit Leuten überschwemmt sein werden. 
Aber kein Stress, das wird schon gut geht, oder?
Wir halten euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.

Und das ist der Schluss, Markus.

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