Hallo und willkommen zu einem Mini-Blog, der so kurz ist, dass es nicht mal eine Audio-Version gibt. Er hätte sogar fast in den Titel reingepasst.
Wir befinden uns gerade zwischen zwei großen Reisen, zu einer Zeit, an der wir auf unsere Bankkonten achteten und vor allen Dingen euch etwas Luft zum durchatmen geben.
Ich habe mir einen Zyst von der Stirn herausschneiden lassen. Nach der Operation fragt mich der Arzt, ob ich ihn anschauen will. Na klar. Er war größer als ich dachte. Und auch ekliger.
Um mir einen neuen Reisepass machen zu lassen, soll ich bei der Botschaft meine Geburtsurkunde zeigen. Fragt mich nicht warum, es ist ja nicht so, als ob man heutzutage sehr viel einfacher mein Geburtsdatum und -ort überprüfen könnte.
Da ich keine Geburtsurkunde hier habe, frage ich beim Standesamt in Dessau nach, ob sie mir nicht eine schicken können. Nach nur einem Monat Funkstille bekomme ich eine Antwort auf meine E-Mail. Ich schicke ihnen den Zahlungsbeleg und warte aufgeregt auf die Urkunde. Und ich würde heute noch warten. Zum Glück wohnt Papa noch in der Gegend und konnte dort persönlich die Kurbel an der Druckerpresse drehen, um die Sache zu beschleunigen.
Endlich mit der Geburtsurkunde bewaffnet, stelle ich mich beim Konsulat in Chiang Mai vor. Es befindet sich in einer geschlossenen Wohnanlage, von der man hier so Einige vorfindet, genauer im Klubhaus eben dieser Wohnanlage. Ich stehe plötzlich vor dem Pool wo man mir sagt, dass sich das Konsulat unten, im Keller, befindet.
Nach der zwei Monate dauernden Geburtsurkunden-Odyssee braucht der neue Pass nur zehn Wochen bis er da ist und kostet nur 160 Euro. Eine Vorzeigedarbietung zum derzeitigen Zustand der deutschen Digitalisierung ist sogar ebenfalls im Preis inbegriffen.
Hier also, anhand des Beispiels der Beantragung eines neuen Reisepasses, eine Veranschaulichung, warum man sagt, dass Deutschland in dem Belang leichten Nachholbedarf hat.
Ich konnte tatsächlich meinen Termin per E-Mail ausmachen. Freilich bietet die elektronische Datenverarbeitung bessere Systeme für die Vereinbarung von Terminen, aber immerhin.
Dann muss ich ein Formular runterladen, es ausdrucken, es per Hand ausfüllen, um es dann dem Herren im Konsulat in die Hand zu drücken, welcher daraufhin diese ganzen Informationen per Hand in seinen Computer eintippen muss.
Aber der richtige Spaß fängt da gerade erst an. Als nächste muss der arme Mensch diese soeben schön eingetippten Informationen ausdrucken, weil er mein Photo vorschulwürdig mit einem Klebestift ankleben muss. Ein Photo, das ich natürlich auch in digitaler Form besitze.
Als nächstes wird das Ganze dann eingescannt, um dann doch wenigstens eine digitale Version zu haben. Als Photo-Datei. Ich hoffe nur, dass meine Daten auch parallel in Text-Format an die Person in Deutschland weitergeschickt wird, die sich um meine Anfrage kümmert, damit diese nicht erneut diese ganzen Infos abtippen muss.
Mit Erleichterung konnte ich aber wenigstens keine Faxmaschine im Büro des Konsulats ausmachen, auch wenn die deutschen Ämter es schwer haben, sich von ihrer Liebe zu diesem inzwischen archaischem Apparat loszusagen.
In Thailand hat jeder Wochentag eine ihm zugewiesene Hemdfarbe. Wie zum Beispiel grün am Mittwoch oder rot am Sonntag. Das Ganze ist nicht verpflichtend, aber viele Menschen folgem dem trotzdem, da dies Glück bringt.
Und wisst ihr, wer keine Hemden trägt? Pythons. Insbesondere die Python, die der Nachtschicht an der Raucherecke auf Arbeit bei sternklarem Himmel einen Besuch abgestattet hat. Sie war anscheinend riesig und wohlgenährt. Dies war aber bei weitem nicht das erste Mal, dass man einer Schlange so nah am Arbeitsplatz begegnet. Der Legende nach musste, vor ein paar Jahren, eine komplette Etage evakuiert werden, bis die Schlangenfamilie gefunden wurde, die in die Zwischendecke eingezogen war.
So, das war kurz, aber intensiv. Das nächste Mal geht es zurück nach China zur Großen Reise Nummer Zwei. Bis später, Sanitäter.
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