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Wir starten das Jahr 2022 mit einem kurzen Ausflug in die Berge, um dort die thailändische Kirschblute zu bestaunen. Ja, hier wachsen auch Kirschbaume. Hier wächst alles, und wird sogar um einiges grösser als in kälteren Regionen der Welt.
Jedenfalls sind wir nicht die einzigen, die diese Idee hatten und die Dame, die uns mit ihrem umgebauten roten Pick-Up-Truck fährt, findet sich im Stau wieder. Im Matsch. Im Dschungel.
Wir kommen schließlich doch noch bei den Kirschbäumen an und stellen fest, dass sich das nicht wirklich gelohnt hat, nachdem wir die Kirschblüte in Korea bewundern konnten. Aber wenn wir schon einmal hier sind, gehen wir ein Mong-Dorf anschauen.
Die Mong sind ein Volk, das sich ethnisch von den Thailändern unterscheidet und in den Bergen wohnt. Es gibt mehrere dieser Voelker ein bisschen überall verteilt in Nordthailand. Jedes Volk hat seine eigenen Traditionen, Trachten und Sprachen. Die bekanntesten sind für uns Europäer wahrscheinlich die Karen. Nicht für ihren Namen, sondern für die langen Hälse der Frauen.
Bürokratische Kuriosität: Diese Voelker sind keine Thailänder, auch nicht auf amtlicher Ebene. Die einzelnen Angehörigen erfahren die gleichen Barrieren wie Migranten aus dem Ausland, wie wir es sind. Da sie aber viel Zeit in Thailand verbracht haben, ihr ganzes Leben, um genau zu sein, können sie eine ständige Aufenthaltserlaubnis beantragen, wenn sie auch außerhalb ihrer Berge leben und arbeiten wollen.
Nachdem wir einen Markt besucht und ein paar traditionell gekleidete Menschen gesehen haben, fahren wir zum nächsten KFC um schnell was zu essen und schließlich auf Trampolinen rumzuspringen. Wir haben Glück und kommen kurz vor Ladenschluss an.
Und dann ist auch schon chinesisches Neujahr. In Thailand wird Neujahr gleich drei Mal gefeiert. Man lässt hier keine Gelegenheit zum Feiern aus.
Es gibt also das westliche Neujahr, das chinesische Neujahr gegen Ende Januar oder Anfang Februar, nach dem Mondkalender gerichtet, und das thailändische Neujahr gegen Mitte Februar. Dieses Jahr wird leider nicht viel gefeiert, aber wir werden euch über die unglaublichen Sachen berichten, die wir im nächsten Jahr erleben werden. Ja, wir wissen bereits, was sich in der Zukunft der Vergangenheit abspielen gehabt haben wird. Verwirrt? Dann esst etwas Scharfes. Das hilft nicht dem Verständnis, lenkt aber ab.
Ich hatte die glorreiche Idee, bei einem Kampfsportkurs mitzumachen. Ich hatte früher 10 Jahre lang Karate gemacht, was aber auch schon mehr als 15 Jahre her ist. Ich habe viel Spaß, bis zu dem Augenblick, an dem der Boxsack sich dazu entschloss, etwas an einem Zehennagel zu ziehen. Nichts Schlimmes, tut nicht mal weh, aber was das blutet! Ich bin seitdem nicht wieder dorthin zurückgekehrt, falls ihr euch wundern solltet.
Wir haben endlich auch mal ein paar Tage Urlaub zusammen und entschließen uns dazu, sie in Bangkok zu verbringen. Oder Krungthep, wie es die Jugend (und Altheid) hier nennt. Wir versuchen uns mit dem Nachtzug. Für alle, die aus einem kleinen europäischen Land kommen, uns trennen etwa 800 km Luftlinie von Chiang Mai bis zur Hauptstadt. Der Nachtzug hat es nicht eilig und die Reise dauert etwa 12 Stunden.
Nachdem die Sonne untergegangen ist, machen die Schaffnerinnen unsere Betten fertig. Es ist gerade mal 19 Uhr, aber man kann draußen ja eh nichts mehr sehen.
Wir kommen am alten Bahnhof Bangkoks um 6 Uhr morgens an, wenig ausgeschlafen, da wir es nicht gewohnt sind, in einem Zug zu schlafen. Und weil uns die 3 am Anfang unseres Alters auch nicht unbedingt zu Gute kommt. Neben dem Bahnhof beschimpft uns eine Obdachlose und rennt uns mit einem mehrere Meter langem Bambusstock hinterher. Was ein Empfang. Um euch aber zu beruhigen: Nach mehr als zwei-ein-halb Jahren hier war das der einzige, etwas unsanftere Umgang, den wir hier in Thailand erfahren haben.
Wir nehmen einen alten, roten Bus ohne Klimaanlage aber mit einem Fahrer, der in seiner Freizeit anscheinend Go-Kart-Profi ist. Wir setzen uns hin und eine Dame begibt sich auf die Reise zu uns, sich wo irgend möglich festkrallend, und kassiert das Ticketgeld. Der Preis? 8 Baht, oder etwa 20 Cent. Das ist der billigste Bus in Bangkok, auch liebevoll von den Bangkokianern die "Rabiate Acht" genannt.
Wir steigen am Lumpini-Park aus, in der Hoffnung, ein paar Warane spazieren gehen zu sehen. Mit unserem Glück sehen wir wahrscheinlich kei-- oh, wir sind fast auf ein großes Exemplar draufgetreten. Der war gut getarnt in der Wiese. Ah, da ist noch einer. Und da schwimmt einer im See.
Wir beschließen, uns Wat Pho anzusehen, den am meisten besuchten Tempel in Thailand. Er ist deshalb der meistbesuchte Tempel, weil er schön ist, eine 45 Meter lange Statue, liegende Buddhastatue besitzt und weil er der meistbesuchte Tempel ist. Bevor wir allerdings dort ankommen, teilt uns ein Tuk-tuk mit, dass der Tempel wegen einer Zeremonie gerade geschlossen ist und er schlägt uns netterweise vor, uns andere Orte zu zeigen, bis der Tempel wieder aufmacht. Ihr habt sicherlich schon verstanden. Ja, wir haben in dem Moment seine Geschichte geglaubt, aber immerhin haben wir auch andere Orte kennengelernt, bevor es zurück nach Wat Pho ging, der natürlich offen war.
Nach dem wir den Tempelkomplex begutachtet haben, geht es auf in ein Café am Fluss. Wir trinken ein Bier mit Sicht auf den Sonnenuntergang über einen anderen bekannten Tempel am anderen Ufer, Wat Arun. Und ja, gut aufgepasst, Wat heißt Tempel auf Thailändisch.
Na gut, jetzt reicht es aber mit dem Touristendasein. Tempel gibt es bei uns auch mehr als genug. Wir sind hier für das Stadtleben hergekommen. Erster Halt am Sonntag: Eine Ausstellung zum Ghibli-Studio in einem riesigen Einkaufszentrum.
Dann geht es weiter zum Chatuchak-Markt, dem größten Wochenendmarkt der Welt, mit über 15.000 Läden. Japp.
Am Abend gehen wir in eine Bar, die sich oben auf einem Gebäude befindet, um die Hochbahnen von oben bestaunen zu können. Der Eintritt stellt sich als verwirrend heraus, wir müssen zuerst durch eine andere Bar gehen, die Treppe hoch und durch mehrere, völlig verwahrloste Stockwerke hindurch, bevor wir auf dem Dach ankommen.
Wir sind diesen Urlaub völlig ungeplant angetreten und beschließen, Bangkoks nächstliegende Insel zu besuchen, Koh Samet, etwa vier Stunden im Minibus von Bangkok aus.
Wir kommen endlich auf der Insel an und leihen uns einen Motorroller aus, den Marcel fährt. Zum ersten Mal in seinem Leben. Einen Helm kann uns die Dame nicht geben. Wirklich Verkehr gibt es auf der Insel aber eh nicht.
Wir kommen am Hotel an, das wir kurz zuvor online reserviert haben. Dort wird uns gesagt, dass wir vorm falschen Hotel sind. Wir fassen uns schon an den Kopf. Haben wir ein Hotel gebucht, das nicht auf der Insel ist? Und jetzt ist auch schon dunkel. Die Dame am Empfang nimmt ihren Roller und fährt vor uns her bis zum richtigen Hotel. Auf der Strecke wecken wir ein riesiges Schwein, das halb auf der Straße seine Siesta macht. Das Zimmer ist sauber und das Badezimmer von Kakerlaken übersät. Wir sind schließlich auf einer tropischen Insel, und nach ein paar gezielten Schlägen mit einem Latsch verziehen sich die Überlebenden auch vorerst wieder. Und wir sind froh, nicht am Strand schlafen zu müssen.
Die Insel ist alles andere als groß. Mit unserem tollen Roller sind wir in etwa 15 Minuten von einem Ende zum anderen unterwegs, wenn wir nicht gerade im Stau landen. Ja, doch, wir haben bestimmt drei Autos auf dem Weg gesehen.
Nach zwei Tagen Nichtstun am Strand mit Feuershows, geht es wieder zurück aufs Festland, im VIP-Bus bis nach Chiang Mai. Im VIP-Bus sind Sitze verbaut, die nicht nur grösser und breiter sind als schnöde Stino-Sitze, sie haben sogar eine Massagefunktion, die man die ganze Nacht laufen lassen kann.
Da die Grenzen jetzt endlich wieder offen sind, kommen Marcels Papa und Bruder vorbei, um die Hitze zu erleiden. Außerdem sind sie mit uns und Führer fast im Dschungel steckengeblieben, haben Elefanten gefüttert und Bambusrafting auf einem Fluss gemacht. Was das für ein Verkehr auf dem kleinen Flüsschen war. Da war bestimmt gerade Feiertag für die Thailänder, die uns auch ordentlich nass gespritzt haben.
Wo wird der Besuch aus Deutschland zum Essen gebracht? In ein deutsches Restaurant, natürlich. Neben den traditionellen touristischen Sachen wie Tempel-, Markt- und Sevenbesuche [Seven = 7-Eleven. Eine Minimarktkette, die 24 Stunden geöffnet ist], haben wir uns natürlich auch massieren lassen. Einmal sogar in einem speziellen Salon, der ehemalige Häftlinge einstellt.
Die Reise endet mit einer schönen Anekdote für Marcels Papa, der in seinem Hotelzimmer für mehrere Stunden eingesperrt war. Der Grund? Ein kaputtes Schloss. Die Firma, die die Türen installiert hatte, musste vorbeikommen, welche schließlich ein Loch hinein sägen musste, da das Schloss einfach nicht aufgehen wollte. Immerhin muss man keine Angst haben, dass jemand einfach einbrechen kann.
Dank einer weisen Investition in einen Pass von AirAsia, einer Fluggesellschaft, die in Südostasien tätig ist, fliegen wir für ein kurzes Wochenende mit ein paar Freunden nach Krabi. Die Flüge kosten insgesamt uns dank des Passes nur 5 Euro, weshalb uns selbst der unaufhörliche Regen wenig ausmacht, oder dass wir eigentlich schon Urlaub für in drei Wochen gebucht hatten. In Krabi.
Wir begeben uns auf die Suche nach einer neuen Wohnung, einfach aus Lust zum Wechsel, aber wir haben ein paar Schwierigkeiten, etwas Passendes zu finden. Chiang Mai ist keine Stadt im engen europäischen Sinne, und uns fällt es schwer, ein Viertel zu finden, das uns gefällt und nicht mitten im Nirgendwo ist.
Wir finden aber letztendlich doch etwas. Anna ist die Wohnung persönlich besuchen gegangen, während ich mich per Videokonferenz von der Arbeit dazuschalte.
Ein paar Tage später stoße ich zu Anna in Krabi dazu. Ich bin einen Tag später gekommen, weil ich noch ein Teammeeting in einem Hotel am Flussufer hatte. Jedenfalls finden wir uns auf Railay wieder, einem Teil Krabis, den man nur per Boot erreichen kann und wo es keine motorisierten Fahrzeuge gibt. Hier spazieren verschiedene Affenarten auf den Dächern der Hotels rum und große Warane machen die Gassen unsicher.
Uns wird das aber schnell öde und wir nehmen eine Fähre nach Koh Phi Phi. Das spricht man übrigens Pi-Pi aus, und nicht Fi-Fi, wenn ihr bei der nächsten Feier mit eurem Allgemeinwissen glänzen wollt. Wir leihen uns ein Kajak am Strand aus und bezwingen die Wellen, um auf dem berühmten Monkey Beach zu landen. Kein Affe in Sicht, als wir ankommen, aber wir machen erst einmal eine Pause am Strand und spazieren ein bisschen umher. Wir drehen uns zwischendurch einmal um und stellen fest, dass ein großes Männchen gerade unseren Rucksack gekonnt leert. Das ist auf jeden Fall nicht sein erster Überfall. Nur hat er Pech, wir haben nichts zu essen dabei. Er schmeißt den leeren Sack genervt zur Seite und stolziert zum nächsten Kajak, um die Leute dort zu schikanieren.
Wir leihen ein traditionelles Holzboot mit Piloten aus und gehen schnorcheln und den berühmten Maya Beach ansehen, wo ein Film gedreht wurde. Doch, doch, ein Film, mit Schauspielern. An diesen Strand kamen so viele Menschen, weil sie den Filmort sehen wollten, dass der Strand geschlossen werden musste, um die sensible Natur dort zu schützen. Aber freut euch nicht so früh, dass er wieder geöffnet hat, der Strand wurde seit unserem Besuch schon wieder geschlossen.
Wir begeben uns wieder zurück aufs Festland in Ao Nang, was Teil von Krabi ist. Von der Fähre aus sehen wir hunderte dicker Quallen im Meer schwimmen. Unsere Lust, noch etwas mehr zu schnorcheln, hat sich dann doch erledigt. Der kleine Ort Ao Nang ist mit indischen Restaurants so übersäet, dass es uns schwerfällt, auch andere Arten von Restaurants zu finden. Aus einem mir noch unerfindlichen Grund gibt es an jedem Ort in Thailand, der auch nur ein klein bisschen touristisch ist, Schneider die Anzüge für Maenner maßschneidern, mit sehr netten Leuten vor der Tür, die euch dazu anhalten, doch einen Anzug maßfertigen zu lassen. Nein danke, ich brauchte noch nie einen Anzug im Leben, auf Arbeit trage ich Pantoffeln mit Ohren, und ich werde schon gar nicht im Urlaub am Strand damit anfangen.
Für unsere letzte Urlaubsnacht geht es zurück nach Krabi-Stadt. Wir machen einen kurzen Ausflug im Boot durch die Mangrovenwälder, die sich direkt neben dem Stadtzentrum befinden. Es herrscht gerade Ebbe und die Krabben sind draußen. Und mit ihnen, die Affen, die sie fressen.
Wir halten kurz in einer Grotte an, die mit Fledermäusen überfüllt ist. Wir finden dort auch ein menschliches Skelett von mehr als drei Metern Größe, umhüllt von dem Skelett einer riesigen Schlange. Diese Skelette sind der Beweis, dass hier in der Region vor langer Zeit Riesen gelebt haben.
Wir verbringen etwas Zeit am Flussufer, in der Hocke, um die ganzen unterschiedlichen Krabben und seltsamen laufenden Fische bewundern, bevor es zurück ins Hotel geht. Am nächsten Morgen müssen wir früh unseren Flieger nehmen, und am Nachmittag sind wir auch schon wieder auf Arbeit.
Sarah, eine belgische Freundin Annas, ist uns in Chiang Mai besuchen gekommen. Wir entdecken Doi Inthanon, den höchsten Berg Thailands, der sich etwa 50 km südlich der Stadt befindet. Dort sind 12 Grad und es regnet. Ihr könnt euch vorstellen, dass wir froh waren, wieder unten im Warmen zu sein.
Weiter geht es in den Poo Poo Paper Park, wo genau das passiert, was der Name sagt: Papierherstellung auf Basis von Elefantenhaufen. Ein Elefant isst am Tag mehr als 250 kg Pflanzen, die irgendwie und irgendwann auch wieder herauskommen müssen. Was macht man mit so viel Kaka? Papier herstellen ist eine Möglichkeit.
Letzter Halt, bevor es zurück geht: Ein Insekten-Streichelzoo. Dort wird langsam mit Schmetterlingen und Eidechsen angefangen, bevor es zu den wirklich interessanten Dingen geht: Skorpione und Vogelspinnen werden auf eure Hände gesetzt, außer ihr rennt weg, so wie Anna. Tolle Sache.
Und auf geht's für einen kurzen Monat nach Europa, das erste Mal nach zwei-einhalb Jahren. Ihr erinnert euch, wir sind kurz bevor Corona in Europa loslegt los und hatten ein bisschen Angst, in welchem Zustand wir es wiederfinden werden. Marcels Bruder und seine Freundin, Philipp und Isabell, kommen uns am Flughafen in Frankfurt abholen. Nachdem wir unsere Sachen im Hotel abgestellt haben, geht es zu den wirklich wichtigen Dingen: einen Döner essen.
Deutschland hatte zu dem Zeitpunkt ein Sommerticket eingeführt, mit dem man die Öffentlichen für 9 Euro im Monat fahren kann. Eigentlich wollten wir bis nach Aaaaachen fahren, haben aber schließlich auf halben Weg in Köln die Reise aufgegeben, da die Züge nicht nur völlig überfüllt waren, sondern auch ordentlich Verspätung angehäuft haben.
In Köln sind wir erstaunt darüber, dort kleine Wolken bunter Papageien am Flussufer fliegen zu sehen. Sie leben dort im Freien, da das Klima hier etwas milder als im Rest Teutoniens ist.
Am nächsten Tag geht es, diesmal mit dem Bus, nach Belgien. In Brüssel, nachdem ein paar echte belgische Fritten gegessen wurden, zeigt uns Anna hier und dort interessante Stellen ihrer ehemaligen Heimatstadt.
Aber da ist die Reise in Belgien noch nicht zu Ende. Wir schauen uns zusammen auch Brügge und das Meer an, aber ohne Badeanzug. Wir versuchen dort Fahrrad zu fahren in einem Park mit seltsamen Fahrrädern und Marcel verliert einen Schnürsenkel.
Dann werden Anna und Marcel zeitweilig getrennt, um jeweils ihre Familien zu besuchen. Wir sehen uns kurz zu Marcels Muttis Hochzeit vor dem Ende des Urlaubs in Europa wieder. Bis bald alle zusammen und hopp, schon geht es wieder zurück nach Thailand.
Am Flughafen in Bangkok angekommen, haben wir noch sechs Stunden Zeit vor unserm nächsten Flug nach Chiang Mai. Wir gehen in ein Hotel im Untergeschoss, wo wir ein paar Stunden schlafen. Die Zimmer sind in Kästen, die sich nicht weit vom Eingang zur Metro befinden. Daher wahrscheinlich auch der Name 'Boxtel'.
Endlich in Chiang Mai angekommen, fährt Marcel auch direkt ins Stadtzentrum. Er hat heute eine Theateraufführung mit zwei anderen Schauspielern. Sie konnten nur per Videokonferenz proben und Marcel hat den Regisseur des Stücks niemals persönlich kennengelernt. Nach zwei guten Aufführungen muss die dritte abgesagt werden, da jemand zwischendurch Corona bekommen hat.
In diesem Jahr machen wir auch beim Loy Krathong Fest mit. Dabei wird ein handgemachtes, schwimmendes Gesteck (der Krathong), welches man entweder selber bauen oder von einem der Hundertschaften an Verkäufern in der Stadt erwerben kann, auf einen Fluss gesetzt und eine Kerze angezündet. So wird den schlechten Geistern des vergangen Jahres Lebewohl gesagt.
Zur gleichen Zeit findet auch das Yi-Peng-Fest statt, welches nur in Nordthailand heimisch ist. Dabei lassen die Leute Laternen in den Himmel aufsteigen, oft mehrere hundert auf einmal. Nur ist das in der Stadt nicht erlaubt, da das für die landenden und abhebenden Flugzeuge gefährlich werden kann.
Und es geht erneut in den Urlaub, wo wir uns mit Marcels Bruder in Japan treffen. Da wir nur eine Woche haben, fahren wir die drei touristisch wichtigsten Städte ab: Tokyo, Kyoto und Osaka, mit einem Abstecher in den Super-Mario-Vergnügungspark. Wir haben unter anderem ein Hausschwein in einem Kinderwagen gesehen, viele verschiedene Spiele gespielt, Geishas in den Straßen Kyotos von einem Termin zum nächsten eilend gesehen, überall ein bisschen Schlange gestanden und erfahren, dass selbst die Japaner ihre Schrift schwierig finden.
Zu viele Eindrücke, die wir hier und jetzt nach so langer Zeit nur schwierig wiedergeben können. Aber ihr habt ja die vielen Fotos schon gesehen.
Zurück in Thailand ist uns warm. Wir essen feine französische Küche mit ein paar Freunden und sind erstaunt darüber, was man visuell mit Essen alles so machen kann.
Und weiter geht die Feier. Für die Weihnachtsfeier unserer Firma leihen wir aus einem Kostümverleih glitzernde Kleidung aus, da das das Thema des Abends war. Da wir auch die Einzigen waren, die das Thema wortwörtlich genommen haben, konnten wir viel Aufsehen erregen.
Weihnachten verbringen wir ruhig mit aus Europa importiertem Käse und Aufschnitt.
Nach drei Monaten harten Probens, tritt Marcel endlich wieder auf die Bühne während der letzten Tage des Jahres. Dort spielt er den Staatsanwalt in einem Stück, das in einem Gerichtssaal spielt. Sehr weihnachtlich war das nicht, aber das Publikum fand es toll.
Das war auch schon die kleine Übersicht über unsere Erlebnisse 2022. Wir sehen uns bald wieder für die Mitschriften des Jahres 2023, in dem wir viele Reisen quer durch die Region gemacht haben.
Also, bis gleich.
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