"Ham se ne Schachtel dabei?" fragt der Verkäufer, kaugummikauend.
Die Dame gibt ihm eine durchsichtige Schachtel. "Ich habe nur Tupperware, ist das in Ordnung?"
"Kein Ding," sagt der Verkäufer und verschwindet hinter dem Perlenvorhang. Klicketi-klack machen die Perlen, während der Dame die Zeit lang wird. Sie schaut auf die Preisliste, wo nur ein einziger Artikel bepriesen wird: "Freiheit, 500 g - 30 Euro," steht dort zu lesen.
Die Dame seufzt laut und der junge Mann kommt zurück. In seinen Händen hält er die Schachtel der Dame. In der Schachtel ist eine Art grüner Pudding zu sehen.
"Bitteschön," sagt der Verkäufer und platziert die Dose auf der Verkaufsvitrine.
"Und, äh, wie funktioniert das?" fragt die Dame schüchtern.
"Wie?" fragt der Verkäufer und schaut von seinem Handy hoch.
"Ich meine, ähm, was mache ich denn damit?"
Der junge Mann zuckt mit den Schultern. "Was auch immer sie wollen."
Also, wo waren wir? Ah, ja genau, auf den Inseln. Ich frage weil ich nett ausgemeckert wurde weil ich zu langsam schreibe. Damit ihr euch also etwas besser orientieren könnt, wir sind gerade im Monat Juni, das Wetter war schön und nicht zu warm, wir befinden uns immer noch in Tongyeong und die Bewohner des Planeten Erde waren vollends vernünftige Wesen. Hach, welch tolle Zeit.
Die zweite Insel, die wir zur Entdeckung auserwählt hatten, heisst Yeonhwado und wird von riesigen Spinnen, Mini-Schlangen und einem kleinen Hund bewohnt. Wir sehen auch Schmetterlinge so gross wie Meisen. Wir erfahren später, dass diese auch noch Blut saugen. Wir haben es leider nicht geschafft, diese kleinen Draculas abzufotografieren, weil Anna nicht still stehen und sich beißen lassen wollte.
Als wir mit der Fähre ankommen, marschieren alle Touristen in eine Richtung. Wir haben es also für gut erwogen, in die andere Richtung zu gehen, wo uns ein Hündchen vom Dörfchen zum Strändchen mit Steinchen und Müllchen führt, bevor es wieder im Wald verschwindet.
Wir laufen etwa 15 km in etwas weniger als sechs Stunden.
In einem der zwei großen Tempel spricht mit uns eine Mönchin über Corona in unseren Ländern. Mit Schwierigkeiten können wir ihr erklären, dass man bei uns nur richtigen Alkohol trinkt.
Auf dem Weg zurück fällt uns auf, dass die koreanische Küstenwache die belgische Flagge auf Back- und Steuerbord aufgepinselt hat.
Zufall? Ich denke nicht. Ich lasse euch eure eigenen Verschwörungstheorien ausdenken. Das macht mehr Spaß und ist sowieso gerade Mode. (Wenn ihr nett fragt, dann gebe ich euch meine Theorie das nächste Mal, ausser Jean-Claude Van Damme hat bis dahin nicht mit einem Karatekick das Internet ausgemacht).
Unser Chef, Johnny, nimmt uns mit auf die Insel gegenüber, wo wir Mireuksan, den höchsten Berg der Gegend, bezwingen. Auf dem halben Weg nach oben machen wir eine Pause und ein Mönch lädt uns in seinen Tempel ein, gibt uns Wasser und Bananen und lässt uns in Ruhe die Aussicht genießen. Danke.
Nach der Spitze, auf dem Weg nach unten, kommen wir zum eigentlichen Ziel unseres Chefs: eine Bergwasserquelle. Dort tummeln sich schon einige Leute im gewissen Alter und füllen Wasserkanister auf. Anscheinend ist das Wasser gut für die Gesundheit.
Gute Nachrichten aus dem Vereinigten Königreich. Nein, sie haben nicht ihre Guillotine entrostet, sondern meine Postkarte ist dort angekommen. Nach nur drei Monaten. Währenddessen wartet Belgien immer noch.
Okay, genug, die nächste Insel wartet auf uns. Zusammen mit einer Deutschen einem Italiener, die wir auf Kim's Farm kennengelernt hatten, geht es auf anch Bijindo. Hier geht es zum ersten Mal ins koreanische Meer ohne Anzug. Das Wasser ist wärmer als wir dachten.
Nach unserem Bad lassen wir die anderen beiden sich am Strand goldbraun rösten und besteigen den Hügel.
Als wir wiederkommen, sind die beiden nicht mehr und fragen uns per Nachricht, ob wir ihre Sachen vom Strand holen können, da das Schiff bald ankommt.
Als ich mit ihren Rucksäcken zurückkomme, fragt mich ein Kellner des einzigen Cafés der Insel, wie viele wir waren. Ich sag es ihm und er meint ich solle warten, was ich, etwas verwirrt, auch mache. Er kommt mit vier Cola-Dosen zurück und bedankt sich bei uns für das Aufräumen des Strandes. Was nicht wir, sondern die beiden mit uns reisenden Touristen gemach hatten, während wir die Aussicht genossen.
An unserem letzten Abend mit Johnny lädt er uns in ein Restaurant ein, wo man ei traditionelles Mittagessen bestellen kann. Früher sind die Arbeiter ins Restaurant gegangen und haben sich dort Metallboxen mit ihrem Mittagessen geholt. Mit diesen Schachteln hat man zwei Möglichkeiten. Entweder man schüttelt. Oder man schüttelt nicht. Ich lasse euch kurz raten, auf welche meine Wahl fiel. Das sieht vorher gut aus und hat verliert danach komplett an ursprünglicher Form und Farbe. Und es macht Spaß.
Einer der Gäste des Hotels lädt uns auf eine Tour auf unsere letzte Insel hier in Tongyeong ein, Hansando. Dort machen wir eine Blitzvisite von ein paar Tempeln über der Bucht.
Hiermit sind unsere Kapitel, was sage ich, unsere Saga in Tongyeong beendet, da es jetzt auf nach Busan geht für ein paar Tage Urlaub, bevor wir nach Gangneung für den Sommer zurückkehren.
In Busan finden wir einen römischen Springbrunnen in Echtgrösse. Mit Statuen und allem. In einer Metrostation.
Hierbei handelt es sich um den Eingang zum Shinsegae, was sich wörtlich als "neue Welt" übersetzt und eine koreanische Kaufhauskette ähnlich Karstadt oder Galeria Kaufhof ist.
Das Shinsegae in Busan hat die besondere Eigenschaft, das größte Kaufhaus der Welt zu sein. Und ja, es ist groß. Die ham hier sogar ne VIP-Etage für Kunden, die mehr als 40'000 ausgeben wollen. Dollar, nicht Won.
Damit der ganze Laden auch schön und trocken bleibt, findet man an jedem Eingang Spender für Regenschirmkondome, damit das nicht überall rumtropft.
Kleine Vorschau in die Zukunft: ohne es zu wissen, waren wir dort dabei, unseren zukünftigen Arbeitsplatz zu besichtigen, wo es Mitte September losgeht. Die Welt ist ein Dorf.
Endlich bin ich die Bücher in meinem Rucksack los, die dort schwer wogen. Ja, die Bücher und nicht meine und mein Rucksack und nicht unsere Rucksäcke. Ich lass euch selbst draufkommen. Jedenfalls sind wir zurück Bücherviertel und der Chef lädt uns auf einen Kaffee ein. Also Anna, da mir allein schon der Geruch Lust gibt, Alpacas in Nepal, fernab jeglicher Handelsrouten, aufzuziehen.
Das hat dazu geführt, dass wir länger als geplant geblieben sind und, die Süchtigen die wir sind, mit neuen Büchern wieder los sind. Die Cafétechnik, Respekt!
Während wir ziellos herumspazieren, entdecken wir ein neues Mysterium, dass es zu lösen gilt: Autoreifen auf den Dächern. Eine erneute Verschwörung? An eure Federn!
Wir kraxeln hoch bis zum Demokratiepark. Ich weiss nicht mehr, ob ich das euch schonmal erklärt hatte, aber Busan, zweitgrößte Stadt Koreas, ist gross. Fast doppelt so groß wie Berlin. Wir kommen oben also völlig aus der Puste an. Ich photographiere gerade ein paar Seerosen in einem Topf, als ein alter Mann, der gerade eben noch eine Art asiatisches Schach (Go, für die Wissenden), steckt seine Hand in den Topf und zeigt uns, höchst stolz, die Goldfische die unten im Topf leben.
Wir nehmen uns für die letzten vertikalen Meter einen Aussenaufzug zu Hilfe.
Wir durchqueren einen riesigen Fischmarkt. Eigentlich wollten wir woanders hin, aber da der Markt so schier unendlich war, dass wir nicht nur unser Ziel, sondern auch unsere Namen und unsere Ansichten zu Kunstrasen vergessen haben, setzen wir uns schließlich unter eine Brücke zu den Sonntagsanglern und schauen den Wellen zu, bis uns langsam wieder unser Bewusstsein zurückkommt und wir einen Bus nach Hause nehmen.
An unserem letzten kompletten Tag in Busan geht es zum "schönsten Tempel Koreas". Das sagen nicht wir, sondern die Werbung des Touristenbüros. Und die haben wahrscheinlich recht. Aber schaut selbst:
Wir nehmen die Metro bis zum Busbahnhof. In der Metro können wir (wieder einmal) die pragmatische Seite der Koreaner beobachten. Sitten können sich hier schnell ändern. Jetzt wird zum Beispiel, anstatt Fremden die Hände zu schütteln, der Fist Bump gemacht.
Der was? Na, die Ghettofaust halt. Das Knöchelreiben. Die digitale Begegnung. Die Begrüßung des Rammbocks. Der... hm ja nee ich hab keinen mehr.
Jedenfalls, berührt man die Faust des Anderen mit der Eigenen, wie Boxer vor einem Kampf. Na klar! Der Balztanz des Boxers!
Wo war ich nun schon wieder? Jedenfalls sind das nicht nur die Jugend, die das praktiziert, sondern auch Politiker im Fernsehen und alte Leute auf der Straße. Und eben auch der alte Mann, der mit uns in der Metro gequatscht hatte, um uns Tschüß zu sagen.
Wir nehmen die längste mögliche Busfahrt in Korea, also fünf ein halb Stunden, um in Gangneung anzukommen, wo wir die Abenteuer für die nächste Ausgabe erleben werden.
Danke! Keine Küsschen, mit der Maske würdet ihr eh nicht meinen kratzenden Bart auf eurer sanften Haut fühlen. Eher ein kurzer Balztanz des Boxers? Nein? Das schüchterne Känguru? Auch nicht? Dann eben nicht.
Also dann, bis zum nächsten Mal!
Jetzt geht es auch direkt und ohne Umschweife weiter mit unserem Echterfunden.
Hier noch einmal die Regeln zur Erinnerung: Unter den drei folgenden Vorschlägen muss man die echten von den erfundenen trennen.
Die Lösung findet ihr ganz unten nach den Bildern. Viel Spaß damit.
*Wer schummelt, muss, mit Hilfe eines Bleistifts und einer Karotte, beweisen, dass die Erde tatsächlich die Trommel einer Waschmaschine mit vertikaler Achse ist!
1 : Telefonabos sind teuer in Korea. Man kann jedoch ein paar Vergünstigungen auf sein monatliches Abo bekommen, wenn man vor jedem Telefonat einem kurzen Werbeblock zuhört.
2 : Man kann auf jeder beliebigen Wiese eines Parks ein Zelt aufstellen. Man darf allerdings nicht die Tür zumachen, da sich drinnen sonst Sachen abspielen könnten.
3 : In den Métros in Seoul und Busan, während der Stoßzeit, sind bestimmte Wagen für Frauen reserviert.
Ganz genau! Nummer Eins ist falsch, natürlich. Stellt euch das nur Mal vor!
In anderen Neuigkeiten ist das Angebot bald bei der Telekom verfügbar. "Telekom - Wir machen Sie fertig."

















































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